Alte Fäden, neues Leben: Alpenwolle, Webkunst und Naturfarben

Wir widmen uns heute der Wiederbelebung traditioneller alpiner Textilien – Wolle, Weben und Naturfarben. Gemeinsam folgen wir Schafherden über Bergwiesen, hören Spinnräder singen, mischen Pflanzenküpen und besuchen Werkstätten, in denen Hände Wissen tragen. So entstehen belastbare, zeitlose Lieblingsstücke, die regionales Handwerk stärken, ökologische Verantwortung ernst nehmen und Herz sowie Schultern über viele Jahre hinweg warm, stolz und verbunden tragen.

Wurzeln im Gebirge: Handwerk zwischen Gipfeln und Tälern

Wer Alpentextilien berührt, spürt Landschaft, Klima und Geduld. Zwischen Almen, Schneeschmelze und Dorfplätzen entstanden Stoffe, die gegen Wind bestehen und Geschichten hüten. Diese Wurzeln tragen heute noch, wenn Werkstätten altes Know-how teilen, regionale Wolle verarbeiten und mutig mit Formen, Dichten und Farben experimentieren, damit Vergangenheit und Gegenwart einander begegnen und Zuversicht tragfähig wird.
Der Jahreskreis formt Faserlänge, Kräuselung und Fette der Vliese. Frühlingsschur, Herbstweiden, steile Hänge und kräuterreiche Matten prägen Griff und Wärme. Hirtinnen erzählen, wie ruhige Tage und überraschende Wetterwechsel gleichermaßen in jedem Strang als leiser Widerstand weiterleben, sodass Kleidung nicht nur wärmt, sondern Wege, Winde und Entscheidungen bewahrt.
Loden für Regen, Tücher für Märkte, Festgwand für Erntedank: jedes Stück entstand aus Notwendigkeit, Schönheit und Stolz. Walken verdichtet, Webkanten sichern, und die Farben aus Garten und Wald verbünden sich mit Gebrauchsspuren zu vertrauter, wärmender Gegenwart, die Körper respektiert, Bewegungen begleitet und Erinnerungen an Hände, Stimmen und Jahreszeiten weiterreicht.

Rohstoff Wolle: Eigenschaften, Rassen, Verarbeitung

Nicht jede Wolle ist gleich: Bergschaf bringt Stand und Haltbarkeit, Merino kuschelt, Jura wärmt zuverlässig, Walliser Schwarznase verzaubert Herzen. Entscheidend sind Sortieren, Waschen und Kardieren, bevor Drall und Zwirn Richtung, Elastizität und spätere Pflege bestimmen und Hand sowie Gewissen ruhig bleiben, weil Ressourcenschonung, Regionalität und Sorgfalt harmonisch zusammenfinden.

Webkunst: Bindungen, Muster und Rhythmus

Weben ist hörbarer Rhythmus und sichtbare Geometrie. Kettfäden stehen wie Hänge, Schussfäden ziehen wie Wege. Bindungen definieren Alltagstauglichkeit, Knitter, Dichte und Fall. Zwischen Schiffchen und Litzen entsteht ein Dialog, der sich in Kanten, Rapporten und geduldigen Wiederholungen als verlässliche Struktur zeigt, die hält, schützt und würdevoll altert.

Farben der Natur: Pflanzen, Küpen, Mordante

Naturfarben verbinden Geduld, Chemie und Duft. Pflanzenteile werden gesammelt, getrocknet, mazeriert; Alaun, Eisen oder Tannine bereiten Fasern vor. Küpen atmen, pH schwingt, Zeit beruhigt. So entstehen Nuancen, die Landschaft spiegeln, Seelen wärmen und den Wandel der Sonne sichtbar speichern, ohne grell zu schreien oder rasch zu verblassen.

Zeitgeist trifft Tradition: Design, Ethik und Kreisläufe

Wenn Gestalterinnen mit Hirten sprechen und Kundschaft zuhört, entsteht Kleidung, die Verantwortung trägt. Regionale Verarbeitung spart Wege, schont Gewässer, stärkt Dorfläden. Zeitlose Schnitte respektieren Körper und Reparaturen. So wird jedes Stück zu Begleitung statt Saisonartikel und erzählt offen, wer daran verdient, wie lange es hält und warum es zählt.

Pflege, Haltbarkeit und kleine Wunder der Reparatur

Wolle liebt Luft und seltene, behutsame Bäder. Richtige Pflege verlängert Form, Farbe und Bindung. Kleine Reparaturen verhindern große Löcher, Motten meiden gut gelüftete Schränke. So bleibt Lieblingskleidung verlässlich, wärmt Schultern und Erinnerungen und reduziert unnötigen Konsum, Emissionen und Frust, während Wertschätzung, Wissen und Alltagsfreude still wachsen.

Gemeinsam gestalten: Mitmachen, lernen, erzählen

Tradition lebt, wenn viele Hände sie berühren. Wir laden euch ein, mitzufärben, mitzuwirken und Geschichten zu teilen. Lernpfade, Workshops und kleine Wanderungen verbinden Praxis und Aussicht; zugleich wächst eine Sammlung, die Wissen bewahrt, Erfolge feiert und nächste Schritte gemeinsam plant, transparent, herzlich und offen für neue Ideen.

Färbetag am Fluss: Gläser, Sonne, Geduld

Im Spätsommer stehen Gläser in der Sonne: Zwiebelschalen, Walnussschalen, Dahlienblüten. Wir messen pH, rühren ruhig, warten. Kinder notieren Farbnamen, Erwachsene vergleichen Stoffproben, alle lachen. Am Ende hängt eine kleine Galerie am Zaun, und jede Nuance erzählt Nachmittag, Zusammenarbeit, Duft und die Freude stiller Verwandlungen.

Webkurs im Tal: Hände im Gleichklang

Der Webkurs beginnt mit Kettspannen und Atemübungen. Drei Tritte, klare Reihenfolgen, neugierige Fragen. Bald tanzen Schiffchen, Fehler werden Lernmomente, und am letzten Tag entsteht ein gemeinsamer Schal, dicht gewebt aus Geduld, Witz, neuen Freundschaften und Blicken Richtung nächste Projekte, die Verantwortung und Vergnügen zusammenbringen.

Eure Stimmen, unsere Sammlung

Schickt uns Erinnerungen: Fotos eurer Urgroßeltern im Loden, Rezepte für Krappküpen, Lieblingsorte zum Lüften am Bach. Abonniert den Newsletter, kommentiert Erfahrungen, stellt Fragen. Jede Rückmeldung hilft, Wege zu verbessern, Veranstaltungen zu planen und eine warme, stärkende Gemeinschaft zu bauen, die mutig teilt, lernt und weiterträgt.
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